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Unzählige Bäche, kleine Flüsse und ständig Wasser führende Gräben durchziehen unser Land. Bald bilden sie ein feines, bald ein grobmaschiges Netz, dem insgesamt viele tausende Kilometer Fließgewässer angehören.
Leicht könnten sie mit dem von Natur aus möglichen Reichtum an Pflanzen und Tieren, der allein schon auf einem schmalen Uferstreifen Platz findet, die Landschaft gliedern und beleben- und doch sind sie oft nur Stiefkinder der Landeskultur, nichts als immer wieder instand zu setzende Vorfluter ohne Bedeutung für die Natur und ohne Reiz für die Landschaft. Es galt stabile Rinnen herzustellen und sie in ihrem Ausbauzustand zu erhalten. Vorherrschendes Element des früher üblichen Ausbaus waren das Trapezprofil und die Rasenböschung.

Nordenderleke

Nordender-Leke, Ausgang Mühlenteich

Ufergehölze aber hatten hier keinen Platz, und wo sie fehlten, fehlten auch die an den Schatten von Bäumen und Sträuchern gebundenen Wildpflanzen und die auf Gehölzbeständen angewiesene Vogelwelt. Nicht einmal Uferröhrichte waren eingeplant.
Dieser, auf ein einziges Ziel ausgerichteter Umgang mit den Gewässern ging aber auf die Dauer nicht gut, sondern brachte eine ganze Anzahl technischer, finanzieller, biologischer und ästetischer Probleme mit sich wie:
– unerwarteter Massenaufwuchs auf Gewässerböschung und –sohle
– rapide Zunahme der Uferschäden durch den Bisam
– Verlust an Lebensstätten für Wildpflanzen und freilebende Tier,
– Einbußen an landschaftlicher Schönheit.

So, dies wusste man schon 1985, denn so stand es geschrieben in einer Broschüre vom „Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ ( AID ). Heute im Jahre 2011, also 26 Jahre später, haben wir nichts dazu gelernt,absolut nichts! Im Gegenteil es wird noch mehr Raubbau an unserer Natur getrieben. Jahr ein Jahr aus, ziehen Kolonnen von Baggern für die jährliche Aufreinigung unserer Gewässer durchs Land, zum größten Teil ohne Rücksicht auf Flora und Fauna.
Wie schreibt doch Prof. Dr. Heiko Brunken so schön in „mein-varel.de“ als Kommentar zum Artikel: „Zerstörung von Lebensräumen, z.B. Nordender Leke“
• Wer einmal auf die Karte schaut wird es sehen – unsere Leken umschließen die Stadt Varel wie ein Herz. Vielleicht sollten wir wieder einmal lernen, die Schönheit auch solcher Dinge zu sehen. Der Zustand der beiden Gewässer gleicht im Moment aber leider eher einem Herzinfarkt. Die lebenswichtigen Adern sind verstopft und zerstört. Hier wäre ein ökologisches Fitnessprogramm dringend erforderlich. Es würde sich lohnen!

Fangen wir an umzudenken und mit dem Ausräumen unserer Landschaft Schluss zu machen, kehren wir zurück zur naturnahen Gewässergestaltung und Wasserläufen, die Natur und unsere Nachfahren werden es uns danken!

Mönch, Übergang kleiner-großer Mühlenteich

Neue Fischkinderstube entstanden und zur Schutzzone erklärt;
Nach Rücksprache und Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde und dem Forst hat der SFV-Varel das seit Jahren defekte Schott am Übergang kleiner Mühlenteich zum großen Mühlenteich zerlegt und mit neuen Brettern zum abschotten des kleinen Mühlenteiches versehen, die gesamte Einheit wurde überarbeitet. Somit ist nun sichergestellt, dass bei niedrigem Wasser im großen Mühlenteich ein Auslaufen des „kleinen“ verhindert wird und Flora und Fauna wieder ursprüngliche Zustände haben. Die ehemals angrenzenden Sumpfgebiete haben sich auch wieder ausgebildet. Es zeigte sich, dass durch die Neugestaltung eine vielfältige Jungfischzone entstanden ist, was auch schon durch die kleineren Reinigungsmaßnahme in der kleinen Bucht viel dazu beigetragen hat. Durch Steuerung und teilweiser Umlenkung der Nordender Leke kann jetzt der Wasserstand kleiner und großer Mühlenteich gezielt gesteuert werden. Dadurch wird eine Austrocknung, wie immer wieder in den letzten Jahren im kleinen Mühlenteich geschehen, verhindert. Jedes Jahr im Frühjahr musste durch den SFV Kröten und Froschlaich umtransportiert werden, da er zu vertrocknen drohte, dies dürfte jetzt der Vergangenheit angehören. Zu gegebener Zeit werden wir darüber berichten.
Admin Herbert